Dienstag, 13. April 2010

Five Elements.

Meine erste große Liebe war der HipHop und wie es so ist mit der ersten großen Liebe: Sie folgt dir dein Leben lang. In meiner momentanen Situation äußert sich das folgendermaßen: Ich habe nicht nur gefühlte 60 Terabyte Rap- Musik auf der Festplatte meines Laptops, sondern halte auch aktiv Ausschau nach interessanten Konzerten hier in Tokio. Meine seit Jahren unangefochtene Lieblingsgruppe, die französische Rap- Combo IAM kommt im Oktober zu Besuch - ausgerechnet dann, wenn ich bereits in Paris wohne. Mir blutet das Herz angesichts dieser schicksalhaften Ironie.

Grund dieses Postings ist aber vielmehr die Tatsache, dass ich am Wochenende meine erste Erfahrung mit der japanischen HipHop- Szene (immerhin der drittgrößten der Welt) machen durfte. Der Freund eines Freundes eines Freundes machte uns darauf aufmerksam, dass ein gewisser DJ Kota in irgendeinem Vorstadt- Club den Release seiner neuen Mix- CD (oder so) feiere und dabei seine Crew Shimokitazawa Ghetto antreten lasse. Um es kurz zu machen: Auch wenn ich kaum ein Wort verstanden habe, war ich doch sehr angetan vom ganzen Abend. Netter Club, gute Rapper, talentierte DJs zwischen den Auftritten, Live- Graffiti und KEIN Mongo- Publikum (Japan - Deutschland 1:0). Die Produktionen waren derartig chilled, dass ich 3x fast im Stehen eingeschlafen wäre. Zum Glück waren meine Begleiter (2 schwarze Franzosen) und ich die heimliche Hauptattraktion des Abends und jeder anwesende Japaner musste unbedingt seine 3-4 englischen Wortfetzen an uns weiterzugeben. So ist Smalltalk inzwischen zu meiner größten persönlichen Stärke avanciert.



Der Abend endete (wie für echte HipHopper üblich) mit einem Kakao & einem gefüllten Reisbällchen in der Hand in Erwartung der ersten Bahn (5.06h) zurück gen Tokio- Shinjuku. Mein Mp3- Player spielte den mir bis 5 Stunden zuvor einzig bekannten HipHop- Track eines Japaners:
DJ Honda ft. Mos Def - Travellin' Man


PS: Der beste Act des Abends.




PPS: Heute für umgerechnet 85 Cent auf dem 2nd- Hand- Buchmarkt meiner Uni gefunden. Ethnologische Bettlektüren FTW!

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